Haus der Zünfte
Über das Haus
Das Haus gehört zu den ältesten Fachwerkhäusern der Stadt und wurde um 1530 erbaut. Ein Umbau erfolgte in den Jahren 1627 und 1756, weitere Umbaumaßnahmen fanden im vergangenen Jahrhundert statt. Das dazugehörige eingeschossige Werkstatt- gebäude der Schmiede wurde 1881 angebaut und steht mit der Traufseite zur Straße. Wie der Name Judengasse bereits verdeutlicht, wohnten in diesem Bereich jüdische Mitbewohner. In der Nähe standen bis 1349 die Judenschule und das Judenbad (Mikwe).
In der ursprünglichen Nutzung war das Haus ein jüdisches Handelshaus. Auffälligstes Merkmal dazu ist die Geschoßhöhe im Eingangsbereich. In dem Raum „Gasthaus zum Wella“ wurde bei der späteren Nutzung eine Zwischendecke eingezogen, was dann zu einer relativ niedrigen Deckenhöhe in diesem Raum geführt hat.
Die Tradition der Familie Weber als Schmiede lässt sich bis in das Jahrhundert zurückverfolgen. Der letzte aktive Schmied war Christian Karl Weber, der die Schmiede noch bis in das Jahr 1967 in Betrieb hatte. Diesem glücklichen Umstand haben wir es zu verdanken, dass die Schmiede vollständig vorhanden ist und sich noch im Originalzustand befindet. Das Gebäude und die Schmiede wurden im Jahre 1996 von der Stadt Grünberg gekauft und mit Unterstützung des Verkehrsvereins 1896 e.V. und einiger Sponsoren der Öffentlichkeit zugänglich.
Die Ausbauarbeiten begannen im Jahre 2006 und so konnte das Haus der Zünfte bereits im Jahre 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Name „Haus der Zünfte“ geht dabei auf die ursprüngliche Idee zurück, alte zünftige Handwerkskünste in Grünberg anschaulich darzustellen und für die Nachwelt zu erhalten.
Eine Idee wird zur Wirklichkeit …
Ein wesentlicher Motor für die Entstehung des Hauses der Zünfte war Wolfgang Richter, den viele eigentlich nur als „Wella“ kannten. Eine Archivierung und Auflistung aller vorhandenen Werkzeuge und Einrichtungsgegenstände in der Schmiede erfolgte durch
- Friedrich Wilhelm Pfeffer
- Heinz-Ludwig Hahn
- Willi Stock
- Helmut Krug
An der Entstehung waren wesentlich beteiligt:
- Dirk Bender
- Peter Walper
- Wolfgang Bark
- Mathilde Stiehl Wolfgang Richter (U)
- Wolfgang Richter
- Jochen Röther
- Karlheinz Philipp
sowie zahlreiche Vereinsmitglieder, Freunde und Gönner des Verkehrsvereins.
Unterstützt wurde diese Maßnahme auch durch die städtischen Gremien sowie Bürgermeister Siegbert Damaschke.